Keine Angst vor Migräne-Attacken

Den Urlaub unbeschwert genießen

Sommerzeit ist Urlaubszeit. Doch für Migränepatienten ist die Auszeit vom Alltag häufig mit gemischten Gefühlen verbunden: Die Angst vor der nächsten höllischen Schmerzattacke ist für viele ein ständiger Begleiter. Das kann die Urlaubsstimmung ordentlich trüben. Doch schon kleine Tipps zur Vorbeugung und Akuthilfe können dafür sorgen, dass Betroffene sich der Migräne nicht mehr so komplett ausgeliefert fühlen.

Foto: Teva

Warum schlägt die Migräne im Urlaub zu?

Auf der Reise und am Urlaubsziel selbst lauern Faktoren, die eine Migräneattacke begünstigen können. Solche sogenannten Migränetrigger sind zum Beispiel Stress, plötzliche Temperaturschwankungen, grelles Licht, Lärm und ein veränderter Schlafrhythmus. So kann zum Beispiel grelles Sonnenlicht am Strand oder auch laute Musik in der Bar oder im Restaurant dazu beitragen, dass starke, pulsierend-pochende Kopfschmerzen einsetzen und den Betroffenen bis zu 72 Stunden quälen.

Apotheke im Handgepäck

Eine gut ausgestattete Reiseapotheke sorgt dafür, dass Sie im Akutfall für eine Attacke gerüstet sind. Außerdem trägt das Wissen, dass Sie alle nötigen Medikamente dabei haben dazu bei, dass Sie entspannter sind. Stimmen Sie sich dazu vorher mit Ihrem behandelnden Arzt ab. Lassen Sie sich von ihm eine englischsprachige Bescheinigung ausstellen, in der vermerkt ist, dass Sie die Medikamente benötigen. So können Sie eventuellen Problemen beim Zoll vorbeugen. Falls Sie mit dem Flugzeug anreisen, transportieren Sie einen Teil der Medikamente auch im Handgepäck. So sind Sie für die ersten Tage des Urlaubs versorgt, falls der Koffer verloren geht und nachgeliefert werden muss. Fragen Sie am besten bei der Airline nach, welche Bestimmungen für das Handgepäck gelten.

Medikamente zur Prophylaxe

Gut zu wissen: Neben Mitteln zur Akutbehandlung gibt es verschiedene Wirkstoffe, die zur vorbeugenden Behandlung von Migräne zum Einsatz kommen können. Eine prophylaktische Therapie ist zum Beispiel mit Wirkstoffen aus der Gruppe der CGRP-Antikörper (CGRP: Calcitonin-Gene-Related-Peptide) möglich. Die Antikörper blockieren im trigeminalen Nervensystem jene Botenstoffe, die an der Schmerzauslösung beteiligt sind. So kann beispielsweise der Wirkstoff Fremanezumab Migräneattacken verhindern oder ihre Häufigkeit oder Schmerzhaftigkeit verringern.

Die Therapie kommt für Erwachsene infrage, die häufiger als vier Tage im Monat von einer Migräne betroffen sind und bei denen andere prophylaktische Therapien versagt haben. Der Wirkstoff kann monatlich oder in einer höheren Dosierung im Abstand von drei Monaten per Injektion verabreicht werden.

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Die Wahl des richtigen Hotels

Die richtige Wahl der Unterkunft kann dafür sorgen, potenzielle Migränetrigger im Vorfeld zu minimieren. Wenn Sie zum Beispiel auf Lärm empfindlich reagieren, wählen Sie ein Hotel, das etwas ruhiger gelegen ist. Fragen Sie nach einem Zimmer, das sich zum Beispiel durch Jalousien verdunkeln lässt, falls sich eine Attacke ankündigt. Bei Ausflügen und Aufenthalten im Freien sollten Migränepatienten direkte Sonnenstrahlung meiden, eine Sonnenbrille tragen und sich lieber Sitz- und Liegeplätze im Schatten suchen.

Neben Lärm und Helligkeit ist auch Stress ein häufiger Auslöser einer Migräneattacke. Daher gilt: Muten Sie sich besonders an den ersten Urlaubstagen nicht zu viel zu. Geben Sie Ihrem Körper Zeit, sich an das ungewohnte Klima zu gewöhnen versuchen Sie im besten Fall, Ihrem gewohnten Tagesrhythmus treu zu bleiben.

Quelle: 
A&O Gesundheit Medien- und Verlagsgesellschaft mbH,
10.07.2019

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